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Stephan Michael Schröder

DanLitStummFilm

WWW-Site zu dänischen Stummfilmdrehbuchschreibern
bis 1929 und der Interaktion zwischen der
dänischen literarischen Intelligenz und dem Kino bis 1918

Stampe-Bendix, Karen [auch: Bendix, Karen Stampe]

(1881-1963)

Pädagogin, Reformerin, Autorin (Mitglied in der Dansk Forfatterforening 1919). Tochter des Komponisten Victor Bendix und Karen Stampes, des Patenkindes von H.C.Andersen. Protestierte am 3.8.1909 in einem Schreiben an den Justizminister gegen die Vorführung des Filmes Inkvisitionen, der in Frederiksberg vorgeführt wurde und von so ‘roher Beschaffenheit’ sei, daß er augenblicklich konfisziert werden sollte - eine Einschätzung, der sich der Zensor P.A.Rosenberg jedoch nicht anschließen konnte. (RA J1 1909: K 5621 (11703)).


Schrieb ab 1913 mindestens vier Drehbücher (vgl. KBKB I:731, BtR I:435 u. 939), von denen jedoch nur Gidslet von der Dania Biofilm 1913 (Reg.-Nr. 1303) nachweislich realisiert wurde. Wie man einem Brief von ihr an den Generaldirektor der Nordisk, Ole Olsen, entnehmen kann (Firmenarchiv Valby), hatte sie der Nordisk am 19.8.1913 u.a. eine Verfilmung ihres Dramas Undine angeboten. Bereits am 20.8.1913 wurde dieser Vorschlag jedoch abgelehnt ( BtR I:435), was zum einen auf die von ihr selbst unterstrichenen hohen technischen Anforderungen bei einer Verfilmung, aber zum anderen auch auf den Umstand zurückzuführen sein mag, daß K.S.B. in dem Brief freimütig geschrieben hatte, daß sie das Drehbuch bereits Peter Nansen von der Dania Biofilm präsentiert hatte - anscheinend nicht ahnend, daß die Kenntnis eines Drehbuches durch eine Konkurrenzfirma immer ein Ablehnungsgrund war.
In ihrer Autobiographie Fra mit Livs Tjørnekrat (Kbh: Reitzel, 1960) behauptet sie über ihre Mitarbeit in der Filmindustrie (121-123), daß Sjöström ein Drehbuch an sie zurückgeschickt habe mit der Begründung, daß die Zeit des psychologischen Films noch nicht gekommen sei. Zwei weitere Exposés seien von Bjørn Bjørnson, damals künstlerischer Leiter der Berliner Filmgesellschaft Literaria, angenommen worden. Angeblich war K.S.-B. für die Besetzung der Hauptrolle vorgesehen, bis Bjørnson erfuhr, daß sie bereits 32 sei. Ihr Exposé Zum Tode geweiht sei von Bjørn Bjørnson trotzdem realisiert worden, doch habe sie nie einen Pfennig dafür erhalten. Ein Film dieses Namens ist im Registranten von Gerhard Lamprecht (1967-70) allerdings nicht verzeichnet.









Datenbankausdruck vom 19.12.2010 16:22:03