Gade, Svend
(1877-1952)
Theatermaler, später Regisseur (u.a. am Kgl. Theater 1930-47), der lange auch in Berlin und Hollywood (1922-29) lebte.
Seiner Autobiographie Mit Livs Drejescene. 50 Aar i Teatrets og Filmens
Tjeneste (Kbh: Alfred G. Hassing, 1941, 81) zufolge hat S.G. sein erstes Drehbuch um
1909 verkauft. In den Unterlagen der Nordisk sind drei von S.G. angekaufte Drehbücher
nachweisbar, nämlich Irrende Mutterliebe (auch unter dem dänischen Titel Forfejlet
Moderkærlighed; KM(A/B):
15.12.1915 u. KM(C):434), Amalie
45 Kroner (KM(C):885) und
schließlich der Kassenerfolg Maharadjahens Yndlingshustru (Nordisk 1916, Reg.-Nr. 2122 -
in KM(A/B):2.8.1915 erscheint
das Drehbuch zu dem Film unter dem deutschen Titel Die Favoritin des Maharadscha). Einem
Brief der Nordisk, dat. 10.7.1917, ist allerdings zu entnehmen, dass das Originaldrehbuch
S.G.s "blev omarbejdet ret væsentligt" (Durchschlag in Firmenarchiv, Valby).
Laut S.G.s Autobiographie (1941, 86) hatte er das Drehbuch zu Maharadjahens
Yndlingshustru schon ein paar Jahre zuvor geschrieben, doch als keine Berliner Filmfirma
es haben wollte, habe er es der Nordisk angeboten. An der Neuverwertung des Stoffes
durch die Nordisk 1918 (ebenfalls unter dem Titel Maharadjaens Yndlingshustru, Reg.-Nr.
2439; parallel dazu erschien 1918 ein von Marie Luise Droop geschriebener ‘Filmroman’
mit dem Titel Die Lieblingsfrau des Maharadscha, 1 und 2 (Leipzig: Haupt & Hammon; =
Eisbärbücher; 1)) war S.G. zwar nicht mehr beteiligt (das Drehbuch schrieb diesmal
Alfred Kjerulf, die Vorlage stammte von Marie Luise Droop u. Chempakaraman Pillai),
dennoch erhielt er laut einem Nachtrag zu KM(A/B):2.8.1915 nochmal 500 Kronen
(ein entsprechender Vertrag, in dem S.G. gegen Zahlung von 500 Kronen Nordisk
ausdrücklich auch das Recht auf Fortsetzungen überträgt, dat. 24.7.1918, befindet sich
heute im Firmenarchiv in Valby. Laut S.G.s Autobiographie (1941, 86) betrug die Summe
übrigens 1.000 Kronen, was aber einem Erinnerungsfehler (oder aber der
'Aufbesserung' der Summe) geschuldet sein muss.
Während seines langen Aufenthaltes in Deutschland, wo er in Anzeigen der Literaria Film
Gesellschaft schon als einer “unsere[r] deutsche[n] Autoren” figurierte (in: Der
Kinematograph 339 (25.6.1913); ebenso in: Die Lichtbildbühne 26 (28.6.1913), 17) schrieb
Gade mindestens drei Drehbücher, nämlich Die Liebe der Bajadere (Argus-Film, 1918:421),
Das Geheimnis von Brinkenhof (nach Josef von Lauffs Roman Die Brinkschulte; Maxim-Film,
1923:64) - bei der Verfilmung dieser beiden Drehbücher führte er selbst Regie - und Der
Weg durch die Nacht (nach einem Roman von John Knittel; Maxim-Film, 1929:658, Regie
führte Robert Dinesen). Laut dem Artikel “Die Glashäuser von Tempelhof” (in: Die
Lichtbildbühne 14.6.1913, 36) hatte die deutsche Literaria eine Autobiographie mit dem
Titel Wie ich Komponist wurde von Jean Gilbert (= Max Winterfeld) erworben, wobei
hinzugefügt wurde, dass das Werk von S.G. “verfasst” sei, doch ist ein solcher Film nicht
bekannt. 1947 erhielt S.G. eine Kinokonzession für das Regina in Århus.
Erhaltene Drehbücher:
Nord D-Ns 1545 Die Favoritin des Mahardscha. Filmschauspiel in 3 Akten
von Svend Gade (masch. Original (Durchschlag, deutschsprachig); handschriftliche Version
(dänischsprachig) mit Titel "Maharadjaens Yndlingshustru"; masch. dän.
Version; masch. Nordisk-Version);
Ns-U 12 Amalie 45 Kroner. Film-Lystspil (masch. Original (Durchschlag), unterschrieben
Svend Gade, Hewaldstr. 8, Berlin-Schøneberg);
Ns-U 36 Forfejlet Moderkærlighed (handschriftl. Nordisk-Version. Notiz auf Umschlag:
"Manuskriptet er i Henhold til Overenskomst af 24. Juli 1918 tilbageleveret til
Svend Gade, som derved har generhvervet Forfatterretten til MS")
Literaturhinweise:
S. auch Kraks Blå Bog 1952.
◁ Liste der Drehbuchautor:innen und anderen Personen der literarischen Intelligenz
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