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Stephan Michael Schröder

DanLitStummFilm

WWW-Site zu dänischen Stummfilmdrehbuchschreibern
bis 1929 und der Interaktion zwischen der
dänischen literarischen Intelligenz und dem Kino bis 1918

Gade, Svend

(1877-1952)

Theatermaler, später Regisseur (u.a. am Kgl. Theater 1930-47), der lange auch in Berlin und Hollywood (1922-29) lebte.


Seiner Autobiographie Mit Livs Drejescene. 50 Aar i Teatrets og Filmens Tjeneste (Kbh: Alfred G. Hassing, 1941, 81) zufolge hat S.G. sein erstes Drehbuch um 1909 verkauft. In den Unterlagen der Nordisk sind drei von S.G. angekaufte Drehbücher nachweisbar, nämlich Irrende Mutterliebe (auch unter dem dänischen Titel Forfejlet Moderkærlighed; KM(A/B): 15.12.1915 u. KM(C):434), Amalie 45 Kroner (KM(C):885) und schließlich der Kassenerfolg Maharadjahens Yndlingshustru (Nordisk 1916, Reg.-Nr. 2122 - in KM(A/B):2.8.1915 erscheint das Drehbuch zu dem Film unter dem deutschen Titel Die Favoritin des Maharadscha). Einem Brief der Nordisk, dat. 10.7.1917, ist allerdings zu entnehmen, daß das Originaldrehbuch S.G.s "blev omarbejdet ret væsentligt" (Durchschlag in Firmenarchiv, Valby). Laut S.G.s Autobiographie (1941, 86) hatte er das Drehbuch zu Maharadjahens Yndlingshustru schon ein paar Jahre zuvor geschrieben, doch als keine Berliner Filmfirma es haben wollte, habe er es der Nordisk angeboten. An der Neuverwertung des Stoffes durch die Nordisk 1918 (ebenfalls unter dem Titel Maharadjaens Yndlingshustru, Reg.-Nr. 2439; parallel dazu erschien 1918 ein von Marie Luise Droop geschriebener ‘Filmroman’ mit dem Titel Die Lieblingsfrau des Maharadscha, 1 und 2 (Leipzig: Haupt & Hammon; = Eisbärbücher; 1)) war S.G. zwar nicht mehr beteiligt (das Drehbuch schrieb diesmal Alfred Kjerulf, die Vorlage stammte von Marie Luise Droop u. Chempakaraman Pillai), dennoch erhielt er laut einem Nachtrag zu KM(A/B):2.8.1915 nochmal 500 Kronen (ein entsprechender Vertrag, in dem S.G. gegen Zahlung von 500 Kronen Nordisk ausdrücklich auch das Recht auf Fortsetzungen überträgt, dat. 24.7.1918, befindet sich heute im Firmenarchiv in Valby. Laut S.G.s Autobiographie (1941, 86) betrug die Summe übrigens 1.000 Kronen, was aber einem Erinnerungsfehler (oder aber der 'Aufbesserung' der Summe) geschuldet sein muß.
Während seines langen Aufenthaltes in Deutschland, wo er in Anzeigen der Literaria Film Gesellschaft schon als einer “unsere[r] deutsche[n] Autoren” figurierte (in: Der Kinematograph 339 (25.6.1913); ebenso in: Die Lichtbildbühne 26 (28.6.1913), 17) schrieb Gade mindestens drei Drehbücher, nämlich Die Liebe der Bajadere (Argus-Film, 1918:421), Das Geheimnis von Brinkenhof (nach Josef von Lauffs Roman Die Brinkschulte; Maxim-Film, 1923:64) - bei der Verfilmung dieser beiden Drehbücher führte er selbst Regie - und Der Weg durch die Nacht (nach einem Roman von John Knittel; Maxim-Film, 1929:658, Regie führte Robert Dinesen). Laut dem Artikel “Die Glashäuser von Tempelhof” (in: Die Lichtbildbühne 14.6.1913, 36) hatte die deutsche Literaria eine Autobiographie mit dem Titel Wie ich Komponist wurde von Jean Gilbert (= Max Winterfeld) erworben, wobei hinzugefügt wurde, daß das Werk von S.G. “verfaßt” sei, doch ist ein solcher Film nicht bekannt. 1947 erhielt S.G. eine Kinokonzession für das Regina in Århus.


Erhaltene Drehbücher:

Nord D-Ns 1545 Die Favoritin des Mahardscha. Filmschauspiel in 3 Akten von Svend Gade (masch. Original (Durchschlag, deutschsprachig); handschriftliche Version (dänischsprachig) mit Titel "Maharadjaens Yndlingshustru"; masch. dän. Version; masch. Nordisk-Version);
Ns-U 12 Amalie 45 Kroner. Film-Lystspil (masch. Original (Durchschlag), unterschrieben Svend Gade, Hewaldstr. 8, Berlin-Schøneberg);
Ns-U 36 Forfejlet Moderkærlighed (handschriftl. Nordisk-Version. Notiz auf Umschlag: "Manuskriptet er i Henhold til Overenskomst af 24. Juli 1918 tilbageleveret til Svend Gade, som derved har generhvervet Forfatterretten til MS")


Literaturhinweise:

S. auch Kraks Blå Bog 1952.









Datenbankausdruck vom 19.12.2010 16:22:03