Ihr Browser unterstützt die aktuellen Standards im Internet nur unzureichend, daher sollten sie sich dringend einen aktuelleren installieren. Das Webstandards-Projekt hat eine ganze Liste mit geeigneten Browsern zusammengestellt.





Stephan Michael Schröder

DanLitStummFilm

WWW-Site zu dänischen Stummfilmdrehbuchschreibern
bis 1929 und der Interaktion zwischen der
dänischen literarischen Intelligenz und dem Kino bis 1918

Droop, Marie Luise [geb. Fritsch]

(1890-1959)

Nach ihrem Schulabschluß (Höhere Töchter-Schule) 1906 ging M.L.D. kurzzeitig nach England an die Anglo-Continental-School und nach Brüssel an die dortige Kunstakademie. 1907 Bibliothekarinnenausbildung in Stettin. In schneller Folge ab 1910 Mitarbeiterin in einem wissenschaftlichen Antiquariat, Leiterin der Werbeabteilung einer Büromöbelfabrik in Berlin sowie Innehaberin verschiedener Funktionen im Ullstein-Verlag. Enge Freundin und Bewunderin Karl Mays. Zusammen mit ihrem Mann Redakteurin der Kinoreform-Zeitschriften Die Lichtbildkunst und Die Lichtbildschule. Ca. 1916-1919 Leiterin der ‘dramatischen Abteilung’ der Nordisk in Berlin; ein spin-off dieser Tätigkeit war wahrscheinlich ihr kleines Büchlein über den damaligen männlichen Star der Nordisk Filmskompagni: Gunnar Tolnæs. Aus seinem Leben und Wirken. Berlin: Buch-Film-Verlag, 1920.


Schrieb in ihrer Zeit bei der Nordisk die Drehbücher zu den Nordisk-Filmen Lykkelandet/Taagerytteren (1918, Reg.-Nr. 2407), Prometheus i Lænker/Prometheus I (1919, Reg.-Nr. 2503) u. Prometheus II (1919, Reg.-Nr. 2504). Außerdem lancierte sie beim Leipziger Haupt & Hammon-Verlag eine Reihe (‘Eisbärbücher’) mit Filmromanen, d.h. Reliterarisierungen von Filmen der Nordisk. Der erste und anscheinend einzige in dieser Reihe jemals erschienene Band, das von M.L.D. geschriebene Buch Die Lieblingsfrau des Maharadscha I und II, erschien im November 1918 und war eine Reliterarisierung von Maharadjaens Yndlingshustru (1916, Reg.-Nr. 2122 - das Drehbuch zu diesem Film hatte Svend Gade geschrieben). Für die Fortsetzung dieses Erfolgsfilmes, Maharadjaens Yndlingshustru II (1918, Reg.-Nr. 2439), lieferte M.L.D. zusammen mit Chempakaram Pillai die Vorlage, die dann von Alfred Kjerulf zu einem Drehbuch umgeschrieben wurde.
Nach ihrer Nordisk-Zeit war M.L.D. treibende Kraft und Kommanditistin bei der 1920 gegründeten Ustad-Film, deren Filme auf M.L.D.s Drehbüchern (u.a. Karl May-Verfilmungen) basierten. Die Firma ging jedoch schon 1921 in Liquidation, danach war M.L.D. weiterhin als Drehbuchschreiberin im deutschen Film sowie als Übersetzerin aus dem Englischen tätig


Erhaltene Drehbücher:

Nord D-Ns 1734 Der Nebelreiter (masch. Original auf Deutsch, mit Bleistiftvermerk: Frau Dr. Droop; masch. Nordisk-Version auf Dänisch);
Nord D-Ns 1766 Maharadjaens Yndlingshustru II (dt.sprachige Romanvorlage ohne Autorennennung; "Die Lieblingsfrau des Maharadscha. II. Teil. Ein indischer Liebesroman in 5 Akten und 1 Vorspiel 160 Bilder von Marie Luise Droop und Tschempak Araman": masch. Original (Durchschlag); handschriftl. Version "Maharadschaens Yndlingshustru (II. Del)"; masch. Version: "Maharadschaen II. Del. Drama i 150 Billeder af Alfred Kjerulf"; masch. Nordisk-Version; Auflistung der Einstellungen; Zwischentitelliste);
Nord D-Ns 1794 Prometheus (masch. Version (Durchschlag) auf Deutsch ohne Titelblatt; masch. Version "Prometheus II. Eine Phantasie in Textbildern von Marie Louise Droop"; Auflistung der Einstellungen)


Literaturhinweise:

S. zu M.L.D Wolfgang Jacobsen u. Heike Klapdor: “Merhameh - Karl Mays schöne Spionin. Ein Dialog über die Autorin Marie Luise Droop”. In: Jörg Schöning (Hg.): Triviale Tropen. Exotische Reise und Abenteuerfilme aus Deutschland 1919-1939. München: edition text + kritik 1997 (= Ein CineGraph Buch), 124-141 (die Druckfassung ist etwas kürzer als die WWW-Fassung) sowie den Wikipedia-Eintrag zu ihrer Person.









Datenbankausdruck vom 19.12.2010 16:22:03