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Stephan Michael Schröder

DanLitStummFilm

WWW-Site zu dänischen Stummfilmdrehbuchschreibern
bis 1929 und der Interaktion zwischen der
dänischen literarischen Intelligenz und dem Kino bis 1918

Brandes, Georg

(1842-1927)

Dr.phil., Professor. Kritiker, nicht zuletzt des Films; Bruder von Edvard Brandes. Unterstützte mehrmals Freunde und Bekannte durch Empfehlungsschreiben, wenn diese sich um Kinokonzessionen bewarben: so 1920 Urban Gad (RA J1 1920: V 3532) u. Suschen Kjerulf (LfS, Divs. Ansøgn. 558), 1921 Johannes Ring (RA J3 1921:1660), und später die von ihm verehrte Asta Nielsen. G.B. hegte nur ein geringes Interesse am Kino, wie Asta Nielsen 1957 an Poul Knudsen schrieb: “Og hvad Georg Brandes ang. saa husker jeg aldrig nogen udtalelse af ham om film, jeg tror ikke han nogensinde har set nogen udover, at han af høflighed mod mig overværede min Hamletpremiere her i København, talt om det har vi aldrig.” (Asta Nielsen: Breve 1911-71. Udvalg af Ib Monty. Kbh: Gyldendal, 1998, 125.) Nachweislich ist G.B. jedoch ab 1908 immer wieder im Kino gewesen und war z.B. während seiner Italienreise 1911 ein regelmäßiger abendlicher Kinogänger (Georg Brandes: Fugleperspektiv. Kbh u. Kristiania: Gyldendal, 1913, 322 u. 324). Im Film Himmelskibet (Reg.-Nr. 2295) ist der Bösewicht, Professor Dubius, als G.B.-Karikatur gezeichnet. Über die Gründe (persönliche Animositäten? eine Herabsetzung des bekannten Filmgegners?) läßt sich nur spekulieren. Zumindest die deutsche Dependance der Nordisk kritisierte die Identifizierung von G.B. mit Professor Dubius, weil dies “einen großen Mangel an politischem Takt” zeige. (Brief der Nordischen Film an die Nordisk, dat. Berlin 6.4.1918 (DFI).) Kamerascheu war G.B. nicht. Er trat 1922 in Bogugens Forfattere/Dansk Forfatterfilm auf (Reg.-Nr. 2679). Die berühmte Aufnahme von ihm, wo er angeblich vor Studierenden eine Vorlesung im Auditorium der Kopenhagener Universität hält (Nationalmuseets Filmsamling; Nr. 54), wurde ca. 1912 in Valby in den Studios der Nordisk für Politiken mit Schauspielern als Zuhörern aufgenommen. (“Da Georg Brandes filmede”. In: In: Filmen 5:13, 15.4.1917, 141-142.)



Literaturhinweise:

S. auch Dansk skønlitterært forfatterleksikon, Dansk Forfatterleksikon. Biografier, Dansk biografisk leksikon, Kraks Blå Bog 1926 und die Seite zu Georg Brandes im Arkiv for Dansk Litteratur.









Datenbankausdruck vom 19.12.2010 16:22:03