WWW-Site zu dänischen Stummfilmdrehbuchschreibern
bis 1929 und der Interaktion zwischen der
dänischen literarischen Intelligenz und dem Kino bis 1918
Andersen, H.C.
(1805-1875)
Nach Texten oder Motiven H.C.A.s entstanden: Lykkens Galoscher (1838/59:
Nordisk 1907, Reg.-Nr. 329), Fyrtøjet (1835: Nordisk 1907, Reg.-Nr. 331), Natten før
Christians Fødselsdag (Nordisk 1908, Reg.-Nr. 440), Lille Claus og Store Claus (1835:
Dania Biofilm 1913, Reg.-Nr. 1300; das Drehbuch schrieb Peter Nansen), erneute Adaption
von Lykkens Galoscher (Nordisk 1919, Reg.-Nr. 2511; das Drehbuch schrieben Gunnar
Sommerfeldt und Valdemar Andersen). Auch im Ausland wurden Texte H.C.A.s gerne
adaptiert; Denis Gifford (1991, 6) nennt bis 1915 folgende Verfilmungen von Den lille
Pige med Svovlstikkerne (1848): The Little Match Seller (GB, Williamson 1902); The Poor
Little Match Girl (USA, Goodfellow 1908); La petite marchande d’allumettes (F, Éclipse
1910) und The Little Match Girl (GB, Neptune 1914). Alan Goble (1999, 9) führt außerdem
noch La Petite Marchande d’Allumettes (F 1928) auf. Allerdings gab es noch weitere
Verfilmungen dieser Erzählung in der Stummfilmzeit: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
(D, Deutsche Bioscop 1910); ДЕВОЧКА СО СПИЧКАМИ (RUS РУСЬ, umbenannt in: ВФКО 1919);
Armes kleines Mädchen/Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (D, Urania-Film 1924); Das
Mädchen mit den Schwefelhölzern (D, Ufa 1925 - hierbei handelt es sich allerdings um
einen experimentellen Tonfilm). Außerdem wurde Ib og lille Christine (1855) 1908 als Ib
and Little Christina von der britischen Clarendon adaptiert. De vilde Svaner (1838)
wurde 1917 von den Famous Players in den USA als The Seven Swans verfilmt. Lykkens
Galoscher diente 1912 in Schweden als Vorlage für Kolingens Galoscher der Svenska
Biografteatern (1912/12). In Deutschland wurde “Historien om en Moder” (1848) als Der
Tod und die Mutter (Deutsche Bioscop, 1913) adaptiert; eine sehr freie Adaption der
gleichen Erzählung nahm in Österreich 1920 die Oswald-Leyka-Film vor (Die Mutter und der
junge Tod, das Drehbuch schrieb Emil Leyde “nach Motiven von Hans Christian Andersen und
Richard Voß”). Von der gleichen Firma stammt der Film Die blonde Margaret (A, Leyka-Film
1920), ebenfalls basierend auf einem Drehbuch von Emil Leyde nach Motiven von H.C.A. und
Richard Voß. Den flyvende Kuffert (1839) wurde 1921 von Lotte Reiniger in einem ihrer
Silhouettenfilme adaptiert (Der fliegende Koffer, Institut für Kulturforschung Berlin).
Und schließlich wurden auch Keiserens nye Klæder (1837) in Rußland adaptiert als НОВОЕ
ПЛАТЬЕ КОРОЛЯ (RUS, Т/Д “Русь” 1919 - das Drehbuch schrieb Желябужский).
Anscheinend trug die Nordisk sich 1918 mit dem Gedanken, auch H.C.A.s Romane Kun en
Spillemand (1835), O.T. (1836) und De to Baronesser (1848) zu verfilmen, denn im
Firmenarchiv in Valby befindet sich ein Brief des Gyldendals-Verlages, dat. 24.5.1918,
mit dem dieser darüber informiert, daß sie bereit wären, die Verfilmungsrechte für eine
Beteiligung von 5% der Bruttoeinnahmen an die Nordisk abzutreten. Auf dem Brief ist mit
Bleistift vermerkt: "Tak, skal evtl komme tilbge til denne Sag senere".
Erhaltene Drehbücher:
Nord D-Ns 1802 Lykkens Galoscher. En moderne Historie i en gammel Æventyrramme fortalt af Valdemar Andersen og Gunnar Sommerfeldt (handschriftl. Original; masch. Nordisk-Version; Auflistung der Einstellungen)
Datenbankausdruck vom 05.06.2025 17:06:38